Lederpflege | einfach gemacht!

Lederpflege für Beginner

Warum Sie Ihre Lederwaren pflegen sollten

Vielen dürfte die Frage des Verkäufers an der Kasse bekannt sein: „ Haben Sie zusätzlich zu Ihrem Schuh, Interesse an das passende Pflegemittel ?“. Obwohl den meisten diese Frage aus den vorherigen Einkäufen bekannt sein dürfte, sind viele Kunden allein mit der Frage des Verkäufers überfordert und erwidern reflexartig ein „ Nein, Danke“. Tatsächlich sind die meisten Kunden zu wenig über die Lederpflege, sei es bei Schuhen, Handtaschen oder Bekleidung informiert. Vielen ist nicht bewusst, wie viel Einfluss sie auf die Haltbarkeit ihrer Lederwaren nehmen können. Dies ist kein Vorwurf an den laienhaften Kunden, sondern sollte vielmehr dem Verkäufer die Wichtigkeit seiner beratenden Funktion in den Sinn rufen. Hier kann der Verkäufer mit ein wenig Geschick einen Mehrwert für den Kunden und für das Geschäft erzeugen.

Warum ist die Lederpflege besonders wichtig ?

Bereits vorweg – selbst ein wenig Pflege reicht aus! Beim Gerbprozess des Leders gehen sowohl das darin enthaltende Wasser als auch Fette verloren. Dadurch verliert das Leder ihren Glanz und trocknet zudem immer weiter aus. Um das Leder wieder zum neuen Glanz zu verhelfen, muss das Leder mit Fetten, Ölen oder Wachse gepflegt werden. Was ein gutes Pflegemittel bewirkt, habe ich hier in drei Punkten zusammengefasst:

  1. Durch die Zufühung von Fetten wird das Leder geschmeidig
  2. Das Leder wird vor Abrieb geschützt
  3. Schutz vor Verschmutzung & Verfärbung

Bevor Sie sich mit der Pflege Ihrer Lieblingsstücke, etwa Ihrer Handtasche befassen, gilt es herauszufinden, aus welchem Leder diese besteht. Je nach Ledertyp gibt es große Unterschiede in der Vorgehensweise ihrer Pflege. Sollten Sie den Ledertyp nicht gleich erkennen, können Sie im Zweifel den Verkäufer befragen. Die gängigsten Ledertypen habe ich hier gelistet.

  1. Gedeckte Glattleder: Das gedeckte Glattleder wird am häufigsten verarbeitet, ist an der Oberfläche pigmentiert, zugerichtet und wird mit einer Wasserabweisenden Farb-und Schutzschicht belegt (Top-Coat).
  2. Anilinleder: Anilinleder ist naturbelassener im Vergleich zum Glattleder und enthält nicht die Wasserabweisende Eigenschaft. Wasstropfen dringen sofort in das Leder hinein und hinterlassen einen dunklen Fleck.
  3. Rauleder, Nubuk, Büffel, Velours: Rauleder ist ein offenprofige Glattleder mit einer samtigen und geschliffenen Oberfläche. (Aufgrund der Empfindlichkeit von offenporigem Leder wie Anilin- oder Rauleder, kann ich keine pauschale Empfehlungen für die Lederpflege abgeben.)

Wie sieht die perfekte Lederpflege aus ?

Dafür gibt es, wie bei so vielem, keine pauschale Antwort! Es kommt ganz auf das Leder an. Ist das Leder besonders dick und robust, matt, glänzend, speziell gefärbt oder versiegelt? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Beratung in den meisten Fachgeschäften gut ist; jedoch nicht bei großen Ketten, wo die Kunden oftmals „abgewickelt“ werden. Für Leute, die gerne online shoppen, empfehle ich die Rezension durchzulesen, um dann zu entscheiden, ob sich das Mittel für ihre Lederpflege eignet. Wenn Sie bei der Wahl der richtigen Lederpflege unsicher sind, können Sie zunächst das Pflegemittel testweise an verdeckte Stellen leicht auftragen. So können Sie beobachten wie sich das Leder zum Pflegeprodukt verhält.

 Welche sind die beliebtesten Pflegemittel?

 

Sanfte Lederpflege durch Pflegemilch

Pflegemilch ist ein Gemisch aus Wasser, Fetten/Ölen, das mit einem weichen Tuch leicht auf das Leder aufgetragen wird. Nach dem Auftragen wirkt das Leder ungwohnt glänzend; was sich aber ändert, nachdem das Pflegemittel eingezogen ist. Die Pflegemilch soll zusammen mit den darin enthaltenen Antioxidation das Leder vor Ausbleichen und Verfall schützen. Empfehlenswert bei gedeckte Glattleder!

Pflegecreme

Die Pflegecreme untscheidet sich zur Pflegemilch nur gering. Pflegecreme wirkt aufgrund ihrer Struktur fester, da das Gemisch aus Wasser und Ölen/Fetten (Emulsion) zusätzliche Stabilisatoren enthält. Die Creme dringt durch die feste Struktur tiefer in das das Leder ein. Empehlenswert bei dickem Leder.

Lederfett- mehr Schutz von außen

Lederfette eignen sich perfekt und für Außenleder, wie beispielsweise für die Schuhpflege. Die wasserabweisende Eigenschaft verhindert, dass Wassertropfen und Verschmutzungen tief in das Leder eindringen. Darüber hinaus sorgt das Lederfett für eine Rückfettung. Für eine ideale Lederpflege ist es daher sinnvoll, das Lederfett für gedeckte Glattleder zu verwenden. Offenorige Leder würden das Fett „aufsaugen“ und dunkle Flecken verursachen, die nicht oder schwer zu entfernen sind.

Lederöl- Notlösung in der Lederpflege

Wird die Lederpflege stark vernachlässigt und das Leder nicht gepflegt, verliert es mit der Zeit an Fett. Durch den Verlusst von Fett/ Öl trocknet das Leder aus und wird zäh. Nun gilt es, dem Leder durch die Zufur von Lederöl den urgsprunglichen Glanz und ihre Elastizität wieder zu geben. Lederöl eignet sich, wie bei der Pflegemilch und Pflegecreme auch, nur für gedecktes Glattleder. Das Auftragen von Lederöl sollte nur in Maßen erfolgen, damit das Leder nicht zu feucht wirkt.

Lederbalsam

Lederbalsam ist ein beliebtes Mittel für Außenleder, ähnlich wie beim Lederöl. Das Balsam, hauptsächlich bestehend aus Harzen- oder Wachse- meist Bienenwachs, ist ein beliebtes Produkt in der Lederpflege. Empfihelt sich für die Lederpflege bei Motorrad Bekleidung, Schuhen und in der Sattelpflege.

Fazit

Oben habe ich die Hauptaufgaben eines Pflegemittels in drei Punkten augfezählt. Allenvoran sollte das Pflegemittel über ein optimales Verhältnis von Wachs & Fetten oder Ölen verfügen. Darüber hinaus, sollte bei der Lederpflege darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Öl aufgetragen wird, da sonst das überschüssige Öl auf der Oberfläche haften bleibt. Ist das Leder etwas dicker, kann widerum deutlich mehr aufgetragen werden. Idealerweise sollte das Pflegemittel nach dem Auftragen binnen Stunden einwirken und keine überschüssigen Fette auf dem behandelnden Bereich übrig bleiben.

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